Animation: Hoe. 2021

Prolog

Meine erste, bewusste Wahrnehmung an die „Leckere Kleverländische“ Küche, geht bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück.

Als Kind bin ich überwiegend bei meinen Großeltern aufgewachsen. Hier habe ich kennen-gelernt was nachhaltiges Wirtschaften mit regionalen Produkten im Eigenanbau und anschließender, einfacher Verarbeitung bedeutet.

Meine Großeltern waren sogenannte kleine Selbstversorger. Um die Familie, insbesondere nach Ende des 2. Weltkrieges, durch zu bringen, bauten sie Gemüse und Obst in ihrem Garten an. Auf ihrem Grundstück hielten sie ca. 10 Hühner, ca. 10 Kaninchen, 2 Schweine und 1 Ziege. Geld war nicht viel vorhanden. Mein Großvater war ein kleiner Postbeamter und von seinem Lohn wurde nur das nötigste gekauft, alles das, was sie nicht selbst herstellen konnten.

Viele kleine Käter mit ihren Familien lebten auf diese Art und Weise in den Dörfern im Klevischen.

Diese, aus heutiger Sicht einfache, aber ökologische Lebensweise, fand sich auch bei meiner Großmutter wieder. Sie verwendete überwiegend die eigenen Produkte aus dem Garten und kochte daraus leckere Speisen. Sie waren einfach, deftig und machten satt. Viele süße Milchspeisen waren besonders für uns Kinder interessant.

An Festtagen, wenn sich die ganze Familie bei den Großeltern traf, wurde ein Huhn und/oder ein Kaninchen geschlachtet. Es war jedes mal ein Festmahl.

Einmal im Jahr kam der Metzger zur Hausschlachtung. Ein Schwein wurde verkauft, das zweite Schwein wurde für den Eigengebrauch verwurstet und in Gläsern eingekocht. Ebenso wurde mit den Früchten des Gartens, wie Gemüse und Obst, verfahren. Was nicht direkt in der Saison verbraucht wurde, kam in Gläser und wurde eingekocht.

All dieses durfte ich miterleben und kennenlernen. Lebensmittel wegwerfen und vernichten gab es in dieser Zeit nicht. Lebensmittel und Tiere wurden respektvoll  behandelt.

Heute, nach über 60 Jahren hat sich das Leben der Menschen grundlegend verändert. Gewinnmaximierung ist das Schlagwort unserer Zeit geworden.

Einiges ist besser oder leichter, vieles aber auch schlechter geworden. Die meisten Bauern als Lebensmittelerzeuger haben kein gesichertes Einkommen mehr, obwohl sie immer mehr produzieren. Unsere Umwelt wird von Menschenhand zerstört. Der Mensch beutet die Erde aus, Lebensmittel werden rund um die Erde verfrachtet und Überproduktionen werden, um einen vermeintlichen Vorteil nutzen zu können, vernichtet. Während weltweit Millionen Menschen hungern ist das Motto „Zeit ist Geld“, was viele Menschen antreibt. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Dieser kleine Rezeptführer hier auf FB möchte aufzeigen, dass es auch anders geht. Erstmal in kleinen Schritten, dann immer weiter. 

Nachhaltiges Wirtschaften, in Einklang mit den Ressourcen unserer Natur, leckeres Kochen mit regionalen Lebensmitteln kann einen Weg weisen, wie es in Zukunft auch anders gehen kann. Es finden sich immer mehr Produzenten und Selbstvermarkter in unserer Region, die dieses Ziel verfolgen.

Also, viel Spaß beim Lesen, beim Einkaufen in der Region und beim Nachkochen.


Saisonkalender Hoe. 2021
Über das Jahr verteilt wird "Lecker Kleverländisch" monatlich einen Saisonkalender einfügen.

Warum in die Ferne schweifen, wenn....... Hoe. 2021

Rezept 1: Hoe. Januar 2021
Rezept 2: Hoe. Januar 2021

Rezept 3: Hoe. Januar 2021
Rezept 4: Hoe. Januar 2021

 
NLS Seminar Galal