Die Kreuzwallfahrt in Kranenburg    

 

Über die regionalen Grenzen hinaus ist die Gemeinde Kranenburg als Wallfahrtsort bekannt. Kranenburg zählt zu den ältesten Kreuzwallfahrtsorten Deutschlands.

Aus einem Sakramentsfrevel im Jahre 1280 entstand 28 Jahre später eine Kreuzverehrung. So gelangte das Städtchen Kranenburg im Mittelalter zu großer Bedeutung. Die Wallfahrtslegende liegt in 5 Fassungen vor:

Der Legende zufolge soll ein Hirte aus dem Neuenhof bei Kranenburg zu Ostern 1279 oder 1280 eine konsekrierte Hostie in einen Baum im Reichswald fallen lassen haben; bei der Fällung dieses Baumes 1308 sei dann der Korpus gefunden und in der Kirche von Kranenburg aufgestellt worden, wo er schnell zum Ziel zahlreicher Pilger wurde. Historisch nachweisbar ist die Kreuzverehrung in Kranenburg seit dem Ende des 14. Jahrhunderts; ihren Höhepunkt erreichte sie in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als die Spendengelder den Bau einer großen dreischiffigen Kirche ermöglichten, an die 1436 auch das Martinsstift aus dem Dorf Zyfflich verlegt wurde.

Die "Älteste Legende" ist wohl nach 1338 verfasst worden. Johannes van Wanray, Dechant der Kollegiatskirche St. Martin in Kranenburg, hat sie in seinem 1666 veröffentlichten Büchlein aufgezeichnet.

Seit dem 19. Jahrhundert erlebte die Wallfahrt einen erneuten Aufschwung; zu den Höhepunkten gehörten die Jubiläumsfeiern von 1808 und 1908 und die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. 2008 beging die Kranenburger Pfarre das 700-jährige Jubiläum der Kreuzwallfahrt.

Die Kreuzprozession findet jährlich am ersten Sonntag nach Kreuzerhöhung (14. September) statt.


Foto Hoe. 2019
Die Wallfhrtskirche Peter und Paul in Kranenburg
Foto Hoe. 2019
Das hl. Kreuz in der Wallfahrtskirche Peter und Paul

 
NLS Seminar Galal