"Kleverländisch" präsentiert die Initiative "Projekt Burg Klarenbeck"!

 

Das „Projekt Burg Klarenbeck“ in Nütterden

Früher erhob sich hier in Nütterden, ganz in der Nähe des Bausenhofes vor einem großen Teich, der „Weert“ genannt wird, eine Wasserburg: „Burg Klarenbeck“. Der Wassergraben mit der Zugbrücke zum Schloss wurde von der Becke, der heutigen Renne (Renneken), gespeist. Von der Becke hatte auch das Schloss seinen Namen (Klarenbeck- klarer Bach) ..........

Im kommenden Jahr 2020 wird die Ersterwähnung (24.04.1300) der Burg 720 Jahre. Über 500 Jahre haben die Besitzer der Burg Klarenbeck die Geschicke der Menschen von Nütterden und der Region geprägt. Sollte all das in Vergessenheit geraten? Nein!!! Die Initiatoren des „Projektes Burg Klarenbeck“ möchten Sie einladen mit zu helfen, ein Forum aufzubauen, das sich insbesondere mit der Burg Klarenbeck befasst.

Bisher ist nicht sehr viel über die im 18. Jahrhundert untergegangene Wasserburg Klarenbeck und ihrer Kapelle zu Ehren der hl. Barbara bekannt. Daher ist es sicher für alle Bürger der Region interessant, mehr über die frühere Wasserburg in Nütterden zu erfahren.

 

Worum geht es bei diesem Projekt und was sind die Ziele?

Teile von Burg Klarenbeck und Spuren des Burglebens liegen noch auf einem privaten Gelände in Nütterden, allerdings unter der Erde.

Diese Spuren mit Hilfe des Eigentümers, der Gemeinde Kranenburg und dem LVR aufzufinden, archäologisch zu untersuchen und in einen historischen, geschichtlichen Zusammenhang zu stellen, soll das Ziel der ehrenamt-lichen Initiative „Projekt Burg Klarenbeck“ für die kommenden Jahre sein. Die Burg Klarenbeck soll nicht wieder aufgebaut werden, aber die Geschichte von Burg Klarenbeck soll in Wort, Schrift, Bild und Begegnung für die Öffentlichkeit dokumentiert und erlebbar gemacht werden! Die Initiative will alle Bürger aus Nütterden und unserer Region, die sich für das Thema Geschichte, Schlösser, Burgen in unserer Heimat begeistern können, ansprechen. Das nächste Ziel ist, mittels eines Bodenradars die Fundamente von Burg Klarenbeck aufzuspüren und zu dokumentieren, damit die Burg als Bodendenkmal eingetragen werden kann.

Um die Ziele besser erreichen zu können soll die Gründung eines Vereins „Burg Klarenbeck e.V. hilfreich sein.

 

Warum sollten Sie dieses Projekt unterstützen?

Die Initiative, ist sowohl auf ehrenamtliche Eigenleistung als auch auf Förderung angewiesen.

Für eine langfristige Gestaltung des „Projektes Burg Klarenbeck“ gibt es vielfältige Ideen und Konzepte, aber noch keine feststehenden Lösungen. Helfen Sie mit, diese Lösungen zu finden.

Mit dem Projekt soll ein Stück in Vergessenheit geratener, interessanter Geschichte unseres Heimatortes Nütterden gründlich erforscht werden und so in die kulturelle Entwicklung der Region Niederrhein eingegliedert werden.

Der kulturelle Beitrag soll auf einem gründlichen, wissenschaftlichen Ansatz beruhen. Deshalb soll mit den Eigentümern des Geländes auf die sich die Reste von Burg Klarenbeck befinden, den Bürgern von Nütterden und verantwortlichen Institutionen (Gemeinde Kranenburg, Denkmalpflege, LVR, Archäologen, Heimatvereine usw.) eng zusammengearbeitet werden. Dabei ist es wichtig, die Ergebnisse dieser Spurensuche zur Burg Klarenbeck in einer attraktiven Form für die Öffentlichkeit aufzubereiten (z.B. eine Hinweistafel in Höhe des  alten Standortes der Burg Klarenbeck, an der der Europa-Radbahn in Nütterden).

Wie soll das Projekt finanziert werden?

Durch Eigeninitiative, Veranstaltungen, Sponsoren, Spenden, Fördermittel des Kreises Kleve und des Landes NRW, der Gemeinde Kranenburg und Fördermöglichkeiten des LVR.

 

Machen Sie mit bei der Initiative „Projekt Burg Klarenbeck“. Helfen Sie mit, das Projekt mit Rat und Tat zu unterstützen. Jede Hilfe zählt. Bringen Sie Ihr Engagement und Ihre Ideen ein. Es lohnt sich. Packen Sie mit an! Lassen Sie uns gemeinsam die Burg Klarenbeck erforschen und wieder für Nütterden und die Region erlebbar machen!

 

 


Foto Hoe. 2020
Abbildung Burg Klarenbeck, aus Beschreibung der Fürstentümer, Seite 27

720 Jahre Burg Klarenbeck (28.04.1300 bis 28.04.2020)

 

Am 28. April 1300 wurde die Burg Klarenbeck erstmals urkundlich erwähnt.          

Graf Diederik von Cleve verleiht seinem Schreiber Johann, welcher zwei Altäre, den einen in seinen Haus Klarenbeck (Clarebeik) und den anderen im Gotteshaus zu Zyfflich (Zeflicke) zu stiften beabsichtigt, ewige Freiheit von Zins………….

Zum heutigen Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung von Burg Klarenbeck, hat die Initiative „Projekt Burg Klarenbeck“ eine Video-Dokumentation über die (fast) vergessene Wasserburg in Nütterden erstellt.

Foto Hoe. 2018
Kartenausschnitt aus Christian Sgrooten Atlas Bruxellensis von 1573
Foto Hoe. 2018
Katasterausschnitt 1734

Ein Aufsatz von 1950

 

Früher erhob sich hier in Nütterden, ganz in der Nähe des Bausenhofes vor einem großen Teich, der von uns „Waert“ genannt wird, eine Wasserburg: „Schloss Klarenbeck“. Der Wassergraben mit der Zugbrücke wurde von der Beck, der heutigen Renne, gespeist. Von hier hatte auch das Schloss seinen Namen (Klarenbeck- klarer Bach). Der Bausenhof, ein Nebengebäude des Schlosses, diente als Wirtschaftsgebäude zur Unterbringung von Korn, Vieh und Gerätschaften. Zum Schloss gehörte auch der Elsenhof, der heute den Namen Klarenbeck weiterführt. Der erste Besitzer des Schlosses war in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts Ritter Dietrich von Benthem. 1438 erhielt es Johan von Kleve-Mark, ein Sohn Herzog Adolfs von Kleve. Seine 2. Tochter heiratete den Freiherrn von Eyll. Das Schloss wechselte noch mehrmals den Besitzer, unter Kriegsrat Rappard brannte es bis auf die Grundmauern nieder. Kriegshelden und Minnesänger, Gelehrte und Kirchenfürsten hat es einst in seinen Mauern beherbergt.

Heute ist nichts mehr von dem Schlosse zu sehen, aber vor vielen Jahren stieß mein Vater mit seinen Brüdern, als sie beim umgraben einer Wiese waren, auf die Grundmauern dieses Schlosses. Man grub ferner seltsame Waffen aus, die man Katzenköpfe nannte. Wegen ihrer Eigenart wagte nur ein bestimmter Mann damit zu schießen und man brauchte sie zum „Böllern“ bei der Fronleichnamprozession.

Schloss Klarenbeck ist zwar verschwunden, aber die letzte Frau des Schlosses lebte in der Sage fort. Man glaubte, sie um Mitternacht in der Wiese zu sehen. Weiß gekleidet irrte sie, eine unruhige Seele, umher. Vielleicht ist der letzte Besitzer des Schlosses eines unnatürlichen Todes gestorben und das Volk glaubt, die Seele fände keine Ruhe. Die „Weiße Jungfrau“, auch „Jöffer“ genannt, erschien Nacht für Nacht und niemand wagte sich ihr zu nähern, bis kühne Knabenherzen es doch fertig brachten und wer stand vor ihnen? Eine große Distel mit weißer Wolle behangen!

Nun ist auch der Wassergraben nicht mehr da, wohl noch der Weiher, dem die Renne jetzt ihr Wasser zuführt. Der Weiher bietet ein wunderschönes Landschaftsbild. An seinem Rande stehen alte hohle Weiden und am Nordrande eine Reihe Pappeln, hinter denen versteckt ein niedriges Häuschen liegt.  Im Sommer gibt es im Weiher ein Gekreisch und ein Geplätscher der Schulkinder am Nachmittag  und am Abend, wenn alles still geworden ist, schwimmen noch mal die Jungen vom Bausenhof hinüber und verlassen dann auch den Weiher, der wie ein dunkler Spiegel daliegt, in dem sich die Pappeln und Weiden widerspiegeln, und ab und zu wagt sich ein Fisch an die Oberfläche, hüpft ein Frosch empor und bildet Kreis um Kreis, und es hebt ein Gequake der Frösche an………

(Ausschnitt aus „Mein Heimatort Nütterden“ ein sehr persönlicher Aufsatz von Dorothea Dercks aus Nütterden, den sie 1950 im Alter von 19 Jahren aus ihrer Sicht, über Nütterden geschrieben hat. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Sohnes Hermann Brendieck)


 
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