Brauchtum in den Niederrheinlanden

Von Neujahr über Fastnacht, die Flachsernte, Ostern, Maientanz, Kirmes, Martinszug bis Nikolaus und Weihnachten spannt sich über das Jahr ein Reigen von Festen und Bräuchen. Mit Feiertagen haben die Menschen früherer Zeiten Zäsuren gesetzt und die Monotonie der Jahreszeiten durchbrochen. Als man noch keine „Ferien“ kannte, boten die meist mit religiösen Feiern verbundenen Brauchtumsfeste Zeit für Einkehr und Erholung vom Alltag. Doch woher kommen die Bräuche und was ist beinahe oder ganz vergessen? „Kleverländisch“ gibt in chronologischer Reihenfolge einen Überblick über die meisten Fest- und Brauchtumstage des Jahres in den Niederrheinlanden.

„Brauchtum vermittelt Stabilität und gibt den Menschen Halt und Sicherheit.“



Silvester/Feuerwerk

Silvester

Im deutschsprachigen Raum wird am Silvestertag mit einem „Guten Rutsch“ gegrüßt. Der Silvesterabend wird häufig in Gesellschaft begangen. Zum Jahreswechsel um Mitternacht wird meist mit Feuerwerk, Böllern und Glockengeläut gefeiert. Das Feuerwerk sollte im vorchristlich-animistischen Glauben früher „böseGeister“ vertreiben und drückt heute auch Vorfreude auf das neue Jahr aus. Bei privaten Silvesterfeiern sind Bleigießen sowie das Öffnen einer Flasche Sekt zum Jahreswechsel weit verbreitet. Die Kirchen bieten nächtliche Gottesdienste an.


Dreikönige

Heilige 3 Könige am 6. Januar ist der Tag der Sternensänger, die an vielen Orten des Niederrheines von Haus zu Haus gehen, um den Haussegen C+M+B+Jahr über oder neben die Pforten des Hauses zu schreiben. Oft wird das C+M+B mit den drei Heiligen Caspar, Melchior und Balthasar gleichgesetzt, doch eigentlich ist der Segen die Abkürzung für Christus Mansionem Benedicta, Möge Christus dieses Haus segnen. Es handelt sich um einen katholischen Brauch, der mehrere Ziele verbindet. Einerseits erinnert er an die Geschichte der 3 Heiligen, die dem Stern von Nazareth gefolgt waren, und anderseits bringt der Brauch sowohl den Leuten den Segen nach Hause als auch vielen Kindern in der Welt Hilfe. Denn die Sternensänger sammeln auf Ihrem Weg Gaben für die armen Kinder in der Welt


Sternsinger


Karneval in Kleve

Fastelowend

Karneval auch Fastnacht genannt, hier in den Niederrheinlanden ausgelassen gefeiert. Beginn der Karnevalssession ist immer am 11.11 um 11.11 Uhr. Wird das Fest manchmal auf heidnische Kulte zurückgeführt, bei denen die bösen Geister vertrieben werden sollte, ist Karneval eher ein uraltes katholisch-christliches Fest, das sich bereits aus dem Namen Fastnacht, bzw. Karneval herleiten lässt, da diese bereits auf die bevorstehende Fastenzeit hinweisen. Die Karnevalssession beginnt am Niederrhein immer am 11.11 um 11.11 Uhr. Mancher Orts zum Beispiel erwacht dann der Hoppeditz. Er eröffnet mit seiner Rede die Karnevalssession. Ab dem 11. November finden dann während der Session zahlreiche Sitzungen und Karnevalsveranstaltungen in den Städten & Gemeinden am Niederrhein statt. Auf diesen Sitzungen wird gelacht, getanzt, getrunken und gefeiert. Am Karneval haben auch die Büttenredner Hauptsaison, dann nehmen Sie mit spitzer Zunge Politik, VIPs und Zeitgeschichtliches aufs Korn.  Des Weiteren wird in zahlreichen Kneipen, Festsälen und Clubs ausgelassen gefeiert und zu Karnevalsmusik getanzt und gesungen. Der Straßenkarneval beginnt schließlich am Altweiber-Donnerstag und findet seinen Höhepunkt am Rosenmontag mit Karnevalsumzügen und dem bunten Treiben auf den Straßen und in den Kneipen und Festsälen am Niederrhein. Am Aschermittwoch ist schließlich alles vorbei. Das Ende des Karnevals geht an vielen Orten des Niederrheins um 00.00 Uhr am Aschermittwoch mit der Verbrennung oder dem Begräbnis des Hoppediz einher, doch bis dahin wurde ausgiebig gefeiert.


Palmsonntag

Die Christen auf der ganzen Welt feiern den Palmsonntag, den sechsten und letzten Sonntag der Fastenzeit. Die Gläubigen treffen sich häufig zuerst vor der Kirche zur Segnung der Palm- oder Olivenzweige. Wo keine Palmen wachsen, nimmt man Palmkätzchen – je nach Region stammen diese Zweige von Ahorn, Birke, Buche, Buchsbaum, Weide, Haselnuss oder Wacholderbeere. Nach der Segnung der Zweige ziehen die Christen in einer Palmprozession in die Kirche. In der Messe verkündet der Priester erstmals in der Karwoche die Botschaft vom nahenden Leiden und Sterben Jesu. Nach der Messe nehmen die Christen ihre geweihten Palmzweige mit nach Hause und stecken sie etwa hinter ein Kruzifix über dem Türrahmen – dies soll einen besonderen Schutz für das Haus und seine Bewohner bewirken. An manchen Orten befestigen die Menschen ihre Zweige auch an Heiligenbildchen, Hausaltären oder Spiegeln. Das Aufstecken ist ein alter Brauch, es soll die Menschen segnen und an das von Christus neu gewonnene Leben erinnern. Manchmal werden die Zweige beim darauf folgenden Osterfest besonders schön geschmückt.


Palmstock


Ein frohes Osterfest

Die Karwoche und Ostern:

Die Karwoche, beginnt mit dem Palmsonntag und findet am Karfreitag ihren traurigen Höhepunkt. In dieser Woche wird dem Leiden und der Kreuzigung Jesus gedacht. War in der Vergangenheit die Karwoche durch Fastenspeisen geprägt, ist es heute vor allem der Karfreitag, an dem gefastet, bzw. Fisch gegessen wird. Ostern hingegen ist das Fest der Auferstehung, das in vielen Familien am Ostersonntag mit dem Eiersuchen begonnen wird. Weit verbreitet ist zudem das Osterfeuer, das in der Osternacht im Kreise der Kirchengemeinde entzündet wird. Der Ostermontag gehört der Familie und wird häufig zum Osterspaziergang genutzt. Ostern ist das Fest der Erneuerung. Die Fastenzeit hat ihr Ende gefunden und der Frühling steht vor der Tür. Die Tristes des Winters hat ein Ende und die Natur erwacht zu neuem Leben.


Osterfeuer

Noch ein heute nur vereinzelt auftretender Brauch, war früher in den Niederrheinlanden allgemein üblich: das Osterfeuer. Schon wochenlang vorher sammelte die Jugend alles Brennbare, Gestrüpp, Reisig, Abfallholz, und stapelte es auf einer freien Stelle. Kaum war am Ostersonntag die Dämmerung hereingebrochen, versammelten sich Jung und Alt am Holzstapel, und bald züngelten die Flammen in den Abendhimmel. Am Osterfeuer wird auch die Osterkerze entzündet und in die Kirche getragen. Sie symbolisiert den auferstandenen Christus. Ein weiteres Symbol ist das Osterlamm, das heute noch als Festgebäck auf den Tisch kommt. In alter Tradition steht der Ostergruß, der in den vergangenen Tagen schon zu hören war: Frohe Ostern.


Osterfeuer


Maibaum

Erster Mai

Der 1.Mai wird heute vielfach mit dem Tag der Arbeit gleichgesetzt. Doch traditionell wurde am 1. Mai das Erwachen der Natur gefeiert. Weit verbreitet ist der Tanz in den Mai. Zudem stellen junge Männer ihren ausgewählten Frauen ein Maibäumchen vor das Haus. Der prächtige Maibaum, der von der gesamten Dorfgemeinschaft aufgestellt wird, steht hingegen zumeist auf dem Dorfplatz, schließlich soll er alles Böse verscheuchen


Bauernhochzeit, Boerenbruiloft

 

Zum Beispiel den Polterabend, der traditionell am Abend vor der Trauung gefeiert wurde. Was heute oft als Junggesellenabschied verstanden wird, galt früher als Schutz- und Segensritual. Das Zerschlagen von Porzellan und Tongut sollte Glück und Wohlstand bringen, denn das Wort „Scherben“ bezeichnete alle irdenen Gefäße, nicht nur zerbrochene. Viele Scherben standen somit für viele (hoffentlich volle) Vorratsbehälter.

Andere Bräuche gaben den Brautleuten eine erste Gelegenheit, als Paar, nicht als zwei Einzelpersonen, aufzutreten. Das gemeinsame Aufkehren der Polterabendscherben etwa, oder das Baumstammsägen, bei dem das Brautpaar einen auf Böcken liegenden Holzstamm zersägt. Gesägt wird mit einer Schrotsäge, bei der abwechselnd gezogen werden muss, damit sie sich nicht verklemmt. Der Brauch steht für gleichberechtigte, gemeinsame Arbeit und für die Balance zwischen Aktivwerden und Ruhenlassen.

Nicht so gleichberechtigt geht es beim gemeinsamen Anschneiden der Hochzeitstorte zu. Denn derjenige, der dabei seine Hand über der des anderen hat, soll für den Rest der Ehe das Sagen haben. Wer diesem Orakel nicht nur Hand sondern auch Fuß geben möchte, der kann auf einen weit unbekannteren Brauch zurückgreifen: das Latschentreten, bei dem die jungen Eheleute versuchen, sich (in Hausschuhen) gegenseitig auf den Fuß zu steigen. Wer das zuerst schafft, hat in der Ehe die Hosen an. Der andere hingegen steht nicht nur vorübergehend unter dem sprichwörtlichen Pantoffel.

Ein überaus beliebter Hochzeitsbrauch ist das Werfen des Brautstraußes und/oder des Strumpfbandes. Ersteren wirft die Braut über die Schulter den unverheirateten Frauen zu; diejenige, die ihn fängt, wird als nächste heiraten. Dasselbe gilt für den Junggesellen, der das vom Bräutigam geworfene Strumpfband erwischt.

Foto Hoe. 07.08,2014
Bauernhochzeit in Kranenburg/Mehr


Goldhochzeit/Kränzen

Kränzen

Bei uns in den Niederrheinlanden ist es Tradition, dass Nachbarn und Freunde für eine große Feier, wie in diesem Beispiel die Goldhochzeit der Eltern Haus, Hecke und Umgebung mit selbst aus Papier und Krepp gemachten "Rosen" verzieren und schmücken. Der lange Kranz steht hier für das "Unendliche", die Farbe "Grün" für "das Leben". Das "Kränzen" bringt zum Ausdruck, dass hier am Ort zu diesem Zeitpunkt etwas ganz Besonderes geschieht, etwas, dass "auffallen" soll.
Die Rosen werden durch die Frauen gefertigt, das Anbringen des Kranzes ist Aufgabe der männlichen Nachbarn, wobei dies meist mit traditionellen Liedern begleitet wird. Nach dem Anbringen werden die Nachbarn zu einem Umtrunk und einer Kleinigkeit zu Essen eingeladen.


Kirmes & Schützenfeste

am Niederrhein sind bis heute beliebte Treffpunkte für Jung und Alt. Im Gegensatz hierzu sind kleine Dorfkirmesfeste ein Highlight für die Bevölkerung der näheren Umgebung. Hier kennen sich die Leute noch, und tauschen bei einem Glas Bier Neuigkeiten und Tratsch aus. Oft wird die Kirmes von der ansässigen Schützenbruderschaft organisiert, so dass Schützenfest und Kirmes in einem Fest verschmelzen. Hierin zeigt sich bereits der soziale Gedanke der Schützenbruderschaft, die sich häufig kulturell und sozial engagieren, was nicht immer und überall bekannt ist. Denn Schützenfeste werden oft als Trinkgelage gesehen. Dabei sind sie der jährliche Höhepunkt jeder Bruderschaft, die nach vorgegebenen Abläufen stattfinden und das gesellschaftliche Leben der Gemeinschaft unterstützen und fördern. Die Kirmes dient dabei nur als ein Unterhaltungselement. Zentrum eines jeden Schützenfestes ist das Schützenfestzelt, in dem diverse Veranstaltungen und am Abend der Tanz stattfindet. Doch das Bild der Kirmes- und Schützenfeste hat sich vor allem in den größeren Städten stark verändert. Fahrgeschäfte sowie Buden mit diversen Speisen prägen die moderne Kirmes, hinzu kommen die beliebten Bierzelte, in denen bei einem leckeren Glas Bier getanzt, geschunkelt und viel gelacht wird.

Foto Hoe. 18.07.2014
Klever Kirmes


Erntedank

Erntedank

In der Eucharistiefeier danken katholische Christen für „die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“. Was die Natur hervorbringt, wird als Gottesgeschenk betrachtet. Einmal im Jahr bietet dieses Danken allen Christen Anlass zu einem eigenen Fest, dem Erntedankfest. Fest und Feier zu Erntedank haben zwei verwandte Quellen: So lange sich der Mensch als Teil einer göttlichen Schöpfung begreift, wird er Teile dieser Schöpfung, wie z.B. seine Nahrung aus Ackerbau und Viehzucht, auf Gott zurückführen und sich zu Dank verpflichtet wissen. Dies gilt vor allem dann, und dies ist die zweite Quelle, wenn sich der Mensch als abhängig vom Naturkreislauf erfährt, in den die Nahrungsgewinnung eingebunden ist. Der Abschluss der Ernte bot darum immer Anlass zu Dank. Der Monat, in dem wir Erntedank feiern, hieß früher Holzmonat. Der Namen deutet die Vorbereitung auf den Winter an: Holzvorräte müssen angelegt, die Wintersaat ausgebracht werden. Heutzutage ist die kirchliche Erntedankfeier in den Gottesdienst integriert. Erntegaben schmücken den Altar oder werden im Gottesdienst zum Altar gebracht. In vielen Gemeinden ist dieser Gottesdienst auch mit einer Solidaritätsaktion zugunsten hungernder Menschen verbunden. Die weitgehende Industrialisierung der Landwirtschaft und Mechanisierung des Ackerbaus verdrängen außerkirchliches Erntedankbrauchtum. Es gab und mancherorts gibt es auch noch heute ein vielfältiges Brauchtum, im Süden stärker als im Norden Deutschlands.


Allerheiligen - Allerseelen

An Allerheiligen am 1. November wird allen Heiligen der Kirche gedacht. Nach den feierlichen Gottesdiensten gehen die Christen auf die Friedhöfe und zünden zum Gedenken der Verstorbenen Kerzen an. An diesem Tag treffen sich oft ganze Familien um Ihrer Angehörigen zu gedenken.


Allerheiligen


St. Martin

St. Martin

wird am 11. November zum Gedenken des heiligen St. Martin gefeiert, der der Legende nach an einem kalten Wintertag seinen Mantel mit dem Schwert teilte, um ihn einem frierenden Bettler zu teilen. St. Martin steht dadurch für Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Er ist gleichzeitig Patron für Bettler. Kinder und viele andere. An diesem Tag ziehen Kinder mit Laternen durch die Straßen und bekommen für die Lieder die sie singen kleine Geschenke. Weitere Bräuche zu St. Martin ist die Martinsgans und das Martinsfeuer.


Schlachtfest

 

In manchen Gegenden Deutschlands war der Tag der Schlachtung früher ein Festtag. Deshalb sprach man auch von einem Schlachtfest. Hier in den Niederrheinlanden war und die Hausschlachtung eines selbst aufgezogenen Schweins oder eines für die Schlachtung gekauften Schweins durch einen Privathaushalt ein Fest, das als Schlachtfest bezeichnet und gefeiert wurde.

Zu einem Schlachtfest gehörten die Verarbeitung und Verwurstung des geschlachteten Schweins im Hause. Beim traditionellen Schlachtfest wurden vor den Würsten auch Fleisch und Leber im gleichen Kessel („Brösspott“) gegart, wodurch – besonders, wenn später auch noch Würste platzten – eine kräftige Brühe entstand, die die Grundlage zum Beispiel für Brotsuppe bildete. Die Würste wurden im „Brösspott“ gekocht und das Fleisch, bis auf die Schinken, mangels geeigneter Lagerung in Einmachgläser eingekocht. Ein Teil der Wurstbrühe wurde mit Buchweizenmehl zum sogenannten „Panhas“ verarbeitet, der dann gebraten werden konnte. Alles vom Schwein wurde verarbeitet, wobei neben dem Metzger, die ganze Familie mithalf. Üblich war bei einer Hausschlachtung auch, dass ein Teil der Wurstsud an die Nachbarn verschenkt wurde, die diese oft mit Milchkannen abholten. Auch die Hausschlachtung einer Gastwirtschaft wurde als Schlachtfest bezeichnet. Im Dorf wusste jeder Bescheid, Heute wird die Hausschlachtung in unserer Region nicht mehr praktiziert.


Schlachtfest, Hausschlachtung


Nikolaus und Knecht Rupprecht

Nikolaus

Beim Besuch des heiligen Nikolaus wird er nahezu immer von einer Figur begleitet, die als gezähmter Teufel oder „dienstverpflichteter” Höllengeist deutbar ist: oft ein in Ketten gelegter, geschwärzter Poltergeist, zu dessen Ausrüstung meist Rute und Sack gehören. Bei der Inszenierung übernimmt diese Figur die Präsenz des Bösen, die jedoch Böses und Böse straft, aber sich fest in der Gewalt des Guten (= Hl. Nikolaus) befindet. Die Namen für diese Figur variieren. Relativ verbreitet ist der Name Knecht Ruprecht, rauer Knecht Ruprecht oder rauer Percht. Der letzte Begriff verweist einerseits auf den Teufel und andererseits auf die Entstehung des Namens Ruprecht. Knecht Ruprecht alias Hans Muff alias ...zeichnet sich nicht nur durch seine Bösartigkeit, Schwärze und - als Prügel- statt Segnungsinstrument missverstandene - Rute als Teufel aus. Die Kinder fürchten sich noch viel mehr vor dem Sack. In diesem Sack schleppt der Schwarze nicht nur murrend die Geschenke des Heiligen heran. Sprichwörtlich darf er auch die „in den Sack stecken”, die nach Auffassung des heiligen Nikolaus ihre religiösen und häuslichen Pflichten nicht erfüllt haben. Der Sack wird hier zum Höllenschlund, in den nach mittelalterlicher Auffassung fiel, wer vor Gottes Gericht keine Gnade fand. Wer beim Nikolaus-Besuch durchfiel, einem „Weltgericht im Kleinen für Kleine”, der landete eben symbolisch im Sack.


Weihnachten

wird als Fest der Geburt Christi am 25. Dezember gefeiert. Mit Ostern und Pfingsten gehört Weihnachten zu den drei Hauptfesten im Kirchenjahr. Dabei ist Weihnachten eindeutig das beliebteste Kirchenfest, das alljährlich bei vielen Christen, aber auch bei Nicht-Christen eine sentimentale Gemütsverfassung hervorruft. Durch das mit menschlichen Sehnsüchten arbeitende Weihnachtsgeschäft entsteht eine fast romantische Weihnachtsstimmung schon vorher im Advent, der vierwöchigen Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest. Das Wort Weihnachten stammt von der mittelhochdeutschen Wendung „ze wihen naht“, was mit „geweihte, heilige Nacht“ übersetzt wird. Der römisch-katholische Weihnachtsfestkreis dauert vom ersten Adventssonntag bis zum Fest „Taufe des Herrn“ am ersten Sonntag nach dem 6. Januar, der auch als Dreikönigstag bekannt ist. Die Weihnachtszeit eröffnet das Kirchenjahr und ist so zeitlicher Vorläufer der Osterzeit. Symbolisch wird mit dem in der Geburtsnacht Jesu erschienenen Licht auf das Licht der Osternacht hingedeutet.


Weihnachtsgruß aus der Düffelt

 
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