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Foto Hoe.2020
Mit Kleverländisch gerade aus, in die Dörfer der Düffelt
Foto Hoe. 2018
Mit Kleverländisch gerade aus, in die Düffelt

Die Düffelt

Die Oberfläche der Düffel, d.h. des deutsch-niederländischen Poldergebietes zwischen Nimwegen und Kleve, ist nahezu ausschließlich aus jüngeren Auenablagerungen gebildet. Unter dieser Decke verbergen sich aber die Spuren einer abwechslungsreiche geologische Geschichte.

Vor etwa 200.000 Jahren, in der vorletzten Eiszeit, wurde das Gebiet größtenteils von einer nordischen Gletschermasse bedeckt. Die Landeiszunge grub ein tiefes Gletscherbecken (Bekken von Kranenburg-Groesbeek), während die verdrängten Erdmassen im Forme eines Stauchwalles um dieses Becken herum abgelagert wurden (Hügelrücken von Nimwegen-Reichswald-Kleve). Nach dem Rückzug des Landeises füllten die Schmelzwässer und die Flüsse das Becken mit Sand und Kies an.

Die Stauchwälle in ihrer ursprünglichen Form wurden zum Teil (nördlich von Nimwegen und Kleve) durch die Flüsse ausgeräumt.In der letzten Eiszeit (etwa 70.000 - 10.000 Jahre vor heute) verwandelte ein wildströmendes Flußsystem mit alpinen Gletscher- und mitteleuropäischen Schneeschmelzwässern die Düffel in eine weite, sandig-kiesige Flußebene. Kurz vor dem Ende dieser Eiszeit (vor etwa 12.000 Jahren) zogen sich diese Wässer in die Betuwe zurück und schliffen sich dort ein Tal in den Untergrund; es gibt Hinweise, dass dieser Einschnitt sich noch bis in die nördliche Düffel auswirkte. Südlich der Linie Rindern-Niel-Persingen wurde die eiszeitliche Sand- und Kies- Ebene '(Niederterrasse) jedoch nicht ausgeräumt; die Flußarme zogen sich aus dieser Ebene zurück, nachdem sie während der letzten Überschwemmungen stellenweise noch mächtige Tonschichten (Hochflutlehme) zurückgelassen hatten. Am letzten Ende der Eiszeit, als das Klima zeitweilig noch sehr kalt war (11.000 - 10.000 Jahre vor heute), bildeten sich stellenweise Flugsandrücken auf den übriggebliebenen Teilen der Niederterrasse (Persingen, Zyfflich).

Vor 10.000 Jahren endete die letzte Eiszeit. Der Rhein füllte sein Erosionstal in der Betuwe und in der nördlichen Düffel allmählich mit tonigem Sand und mit Auenlehmen. Erst vor etwa 4000 Jahren erreichte das Füllmaterial in diesem Tal das Niveau der Niederterrasse. Dadurch konnte der Rhein zum ersten Mal wieder seit 8000 Jahren die südliche Düffel bei Hochwasser überschwemmen; infolgedessen begann hier nun ebenfalls die Ablagerung von jungen Auenlehmen. Darum ist die jüngere Tondecke in der südlichen Düffel viel weniger mächtig als im nördlichen Teil dieses Poldergebietes. Stellenweise wird die junge Auenlehmdecke noch von den höchsten Teilen der Niederterrasse unterbrochen, u.a. bei Mehr. Auch die Flugsandrücken von Persingen und Zyfflich sind von jüngeren Bedeckungen frei geblieben.

Der Mensch hat sich bei der wirtschaftlichen Nutzung des Gebietes immer stark von der geologischen Beschaffenheit Leiten lassen. (aus Numaga, Jahrgang XXH - Nr. 3 - Sept. 1975)


 
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